Innovations- und Bildungspolitik

Innovationen werden als der Schlüsselfaktor für wirtschaftliches Wachstum in den entwickelten Industrie- und Dienstleistungsstaaten gesehen. Gerade dort, wo die Volkswirtschaften durch die weltweite Konkurrenz in den Arbeitskosten unter erheblichen Druck geraten sind, wird auf Innovationen in Technologien, Dienstleistungen, Produkten und Prozessen gesetzt. Wir befinden uns jedoch nicht nur im weltweiten Wettbewerb der Arbeitskosten, sondern auch der Innovationen. Und dies längst nicht mehr auf die G8-, G20 oder OECD-Staaten begrenzt. Gerade in den sogenannten "Schwellenländern" hat die (Hochschul-)Ausbildung erhebliche Fortschritte gemacht und ist uns teilweise schon jetzt ebenbürtig oder sogar überlegen. Daher kommt der Innovationspolitik eine Schlüsselrolle im weltweiten Wettbewerb zu, in dem sie vielschichtig als "Rahmensetzer" agieren muss. Sie muss Zukunftstechnologien und Zukunftsmärkte identifizieren können, sie muss gezielt Innovationen in Wissenschaft und Wirtschaft fördern, sie muss aber auch auf (Vor-)Schulbildung, Berufsausbildungssysteme und Hochschulen Einfluss nehmen können, um eine langfristige und integrierte "Innovationskultur" aufbauen zu können.

Eine nachfrageorientierte Bildungspolitik ist die Grundlage für Innovationen und Wohlstand. Dabei darf Bildungspolitik nicht nur über die klassischen Vorschul-, Schul- und Hochschulsysteme definiert werden. Von enormer Bedeutung sind - auch angesichts des demografischen Wandels in Deutschland - die Berufsausbildung und die berufliche Weiterbildung. Gerade die berufliche Weiterbildung wird künftig eine deutlich stärkere Rolle spielen müssen, um die Belegschaft - trotz der immer kürzer werdenden Innovationszyklen - auf den Stand des technologischen Fortschritts zu halten.