Die Bankenunion und die Euro-Krise. Strukturen, Funktionen, Erwartungen.

062573 - Standardkurs- Wintersemester 2014/2015 - 2 SWS 

Prof. Dr. Norbert Konegen 

Dienstags,  14:00 - 16:00 Uhr

Ort: Scharnhorststrasse 100 / Hörsaal 100.2 

Vorlesungsbeginn: 21. Oktober 2014

Die Veranstaltung ist für Teilnehmer „Studium im Alter“ geöffnet. Studierende haben die Möglichkeit, durch eine bestandene Klausur einen Leistungsnachweis zu erwer­ben. 

 


Kommentar

„Mehrere Jahre nach Ausbruch der Finanzkrise trägt der europäische Bankensektor immer noch schwer an den Lasten der Vergangenheit. Viele europäische Banken sind zu schwach kapitalisiert, um größere Schocks abfedern zu können. Sie sind mit notleidenden Forderungen belastet, deren genauer Umfang unbekannt ist. Diese Unsicherheit schreckt mögliche Eigenkapitalinvestitionen ab, Fremdkapitalgeber fordern hohe Sicherheiten, und die Geldpolitik steht unter Druck, insolvente Banken liquide zu halten.

In den Bankbilanzen spiegeln sich realwirtschaftliche Strukturprobleme wider. Gerade in den Krisenländern sind zu viele Kredite in den Immobiliensektor und in inländische Dienstleistungen geflossen. Der Exportsektor dieser Länder ist unterentwickelt, der Bankensektor vielfach überdimensioniert Ohne umfassende Reformen ist dies ein Hemmnis für die realwirtschaftliche Erholung.

Die Politik hat mit der Bankenunion Schritte hin zu einer Europäisierung der Aufsicht unternommen. Die rechtlichen Voraussetzungen für einen einheitlichen Aufsichtsmechanismus (SSM) unter dem Dach der EZB sind nunmehr vorhanden. Wichtige Elemente der Reformen fehlen allerdings noch: Es liegen lediglich Vorschläge für einen einheitlichen Mechanismus zur Abwicklung und Restrukturierung von Banken (SRM) vor, deren Umsetzung noch aussteht. Die Einlagensicherungssysteme in Europa sind noch nicht harmonisiert“ (Jahresgutachten 2013/14 des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, 5. Kap., 209ff.;); s.a. Deutsche Bundesbank, Monatsbericht 7/2013: 15ff.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen Beschreibung und Analyse der Problemfelder sowie der politische Handlungsbedarf.

Die Prüfungsleistung kann in Form einer 90minütigen Klausur erbracht werden.