Staatsverschuldung in Deutschland. Theorie, Praxis und Folgen der öffentlichen Schuld

Vorlesung - 063862 - Sommersemester 2011 - 2 SWS

Prof. Dr. Norbert Konegen

Dienstags,  14:00 - 16:00 Uhr; SCH 2

Unterlagen zur Vorlesung

Kommentar

Die Summe der Schulden von Bund, Ländern und Kommunen, gesetzlicher Sozialversicherung und Sondervermögen des Bundes werden als Staatsverschuldung bezeichnet. Es handelt sich dabei um die Gesamtforderungen Kredit gebender Gläubiger an den Staat. Diese so genannten "expliziten" (sichtbaren) Schulden betrugen Mitte 2010 ca. 1,8 Billionen € oder rund 73 % des BIP. Betrachtet man jedoch das zukünftige Missverhältnis zwischen öffentlichen Einnahmen und Ausgaben, d.h. den Umfang, in dem die Staatsverschuldung bei geltendem Recht zukünftig zunehmen wird, so handelt es sich um die "implizite" (nicht sichtbare) Staatsschuld. Diese umfasst alle durch das heutige Steuer- und Abgabensystem nicht gedeckten Leistungsversprechen, vor allem die der Sozialversicherungen. Explizite und implizite Staatsschulden ergeben die so genannte Nachhaltigkeitslücke. Aktuell beläuft sich diese auf ca. 8 Billionen € oder 315 % des BIP!

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen daher theoretische Grundlagen, Darstellung, Analyse und Folgenabschätzung dieser bedenklichen Entwicklung. 

Literaturauswahl

  • Brümmerhoff, Finanzwissenschaft, 611ff, 8. Auflage.
  • Blankart, Öffentliche Finanzen in der Demokratie, 337ff, 3. Auflage.
  • Gandenberger, O., Einige allgemeine Grundlagen der öffentlichen Verschuldung, in: Neumann (Hg.): Handbuch der Finanzwissenschaft, 1982, Band 3, 1-15.
  • lfd. Monatsberichte der EZB und der Bundesbank, Stichwort "Generationenbilanz" im Internet.