Gleitet die Wirtschafts- und Währungsunion (WWU) von einer Haftungs- über eine Transfer- in eine Inflationsgemeinschaft oder bleibt der Euro eine stabile Weltwährung?

Vorlesung - Wintersemester 2010 - 2 SWS

Prof. Dr. Norbert Konegen

Kommentar

Die grundlegenden volkswirtschaftlichen Daten der WWU-Länder driften seit Jahren auseinander. Dieser Tatbestand ist durch die globale Finanzmarktkrise lediglich au­genscheinlich geworden. Schon im Vertrag von Maastricht (1992) wurden in Art. 109j vier Konvergenzkriterien genannt (Preisniveaustabilität, Finanzen der öffentlichen Hand, Wechselkurs, langfristige Zinssätze), die EU-Mitglieder erfüllen müssen, wol­len sie der dritten Stufe der Europäischen Währungsunion beitreten. Sowohl die Vor­gaben des Stabilitäts- und Wachstumspakts als auch die europäischen Teilpolitiken konnten eine Verletzung der Kriterien durch die 16 Euro-Staaten bisher nicht wirksam verhindern. Im Zuge der globalen Finanzmarktkrise wurde diese Entwicklung zu einer ernsthaften Gefahr für die Stabilität des Euro. Im Mittelpunkt der Veranstaltung ste­hen Beschreibung und Analyse der WWU, die Ad-hoc-Antworten der Politik durch die ratlosen Retter sowie eine Bestandsaufnahme möglicher Reformen der Finanzmärkte bzw. eine Schärfung der EU-Haushaltsregeln.             

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